Der Brief

07. September 2009
Der Brief

Der Brief – Vermittler von Botschaften und Gedanken …

Der Brief war ursprünglich das Medium, Botschaften zu überbringen und wurde lange Zeit persönlich überreicht. Die Briefform hat aber nicht nur im amtlichen sondern auch im privaten Bereich eine weitreichende Bedeutung. Der Brief ist ein sehr wertvolles Kulturgut geworden und gibt Zeugnis über bestimmte Zeiten, Ereignisse, Beziehungen und Schicksale. Denkt man nur an die vielen bedeutenden Persönlichkeiten, was sich der Nachwelt aus ihrem Briefwechsel mit anderen Persönlichkeiten an Gedanken mitteilte. Wertvolle Freundschaften, wie die zwischen Schiller und Goethe zeigen sich in ihrem Briefwechsel, die zu philosophischen Dokumenten geworden sind und geben Auskunft über die verschiedenen Charaktere beider Dichter. Gedanken wurden niedergeschrieben und über den Brief ausgetauscht. So sagte Goethe selbst: “Briefe gehören unter die wichtigsten Denkmäler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann. Der Brief ist eine Art Selbstgespräch.”

Heute versteht man unter dem Briefbogen ein Geschäftspapier oder eine amtliche Mitteilung. Außer dass heute die Briefe nicht mehr mit Wachs und Siegel verschlossen und i.d.R. nicht mehr mit einem extra beauftragten Boten oder mit der Postkutsche befördert werden, hat sich an deren ursprünglichem Charakter wenig verändert. Noch immer wird der Brief von einem Zusteller in Diskretion überbracht.  Allerdings wurde das Übermitteln von Briefen weitgehend automatisiert und wie auch das Schreiben selbst für immer mehr Menschen zugänglich. Den Hauch des Offiziellen, Achtungsvollen und Höflichen hat selbst der einfachste Brief noch heute mit der Anrede und dem abschließenden Gruß inne.

… schriftlichen Gesprächen …

Eine deutliche Veränderung zeigt sich gerade im elektronischen Schriftverkehr, wo das Formulieren vor allem im privaten Bereich zu einer sehr reduzierten Sprache tendiert und aufgrund der schnellen zeitnahen Mitteilung die Anrede oft ganz weggelassen wird. Vielleicht wird die Entwicklung des handgeschriebenen Briefes auf Briefpapier gegenüber E-Mail-Verkehr eine vergleichbare Entwicklung nehmen, wie es bei der Malerei der Fall war, als vermehrt die Fotografie aufkam: Das realistische Darstellen wurde von dem individuell schöpferischen Malen abgelöst (Impressionismus/Postimpressionismus). So könnte der Brief eine neue, besonders künstlerische und wieder mehr philosophische Note bekommen, die noch stärker die Sinneswahrnehmung einbezieht, vom Schreiben mit dem Stift in der individuellen Handschrift, über das Sehen, Fühlen und Riechen des beschriebenen Papiers, das Hören beim Öffnen des Kuverts und die Möglichkeit, den Brief zu gestalten. Für das schriftliche Gespräch, wie wir es von vielen Philosophen und Künstlern überliefert bekommen haben, hat der Brief als künstlerisches Ausdrucksmittel schon bald die Bedeutung eines “Werkes” wie “gesammelte Briefe …” oder einer Biografie wie die Briefe von Vincent van Gogh.

und als Dokument

Im geschäftlichen Bereich erleichtert der elektronische Schriftverkehr gegenüber dem geschriebenen bzw. getippten Brief allerdings sehr viel Arbeit, Zeit und Kosten. Gerade wenn es darum geht, Arbeitsschritte zu klären, Informationen auszusenden oder Anfragen entgegenzunehmen und weiterzuverarbeiten. Da eine E-Mail aber keine handschriftliche Unterschrift enthalten kann und die Manipulierbarkeit seitens Dritter sehr leicht ist, hat eine einfache E-Mail noch keine rechtskräftige Grundlage und erfordert z.B. eine elektronische Signatur, die beantragt werden muss, was die Wenigsten wissen.

Für Geschäfts- und Behördenbriefe gilt daher noch in den meisten Fällen der postalische Schriftverkehr per Briefbogen. In diesem Fall gilt der Brief gleichzeitig als wichtiges Dokument zur Aufbewahrung und als Nachweis. Hier ist besonders auch die äußere Form des Briefbogens in bestimmter Weise strukturiert. Der Briefbogen gibt Auskunft über den Absender, wie dieser offiziell zu erreichen ist und zeigt dessen “Marke”, das Logo. Da er also gleichzeitig als rechtswirksames Dokument gelten kann, wurde er genormt, so dass alle wesentlichen Kontaktdaten und rechtlichen Informationen übersichtlich und lesbar zu sehen vorgedruckt sind.

>> Erläuterungen zum Aufbau eines geschäftlichen Briefbogens

Hinterlasse eine Antwort

aktuelle Kommentare:

Datenschutzhinweise | Nutzungsbedingungen

neueBaukunst - Architektur unter Einbeziehung eines erweiterten Menschenbildes
Vergleiche östlicher und westlicher Architektur und eine schöpferische Synthese

© leichtesdesign Designbüro für Printmedien und Webdesign in Heidelberg