Logo-Gestaltung

13. September 2009
Logo-Gestaltung

Logo oder “Logos” (das Wort) – Was macht ein gutes Logo aus?

Ein Logo kann ein Wort bzw. eine Wortmarke, eine Bildmarke oder eine Kombination aus beidem sein. Es dient als visuelles Merkmal eines Unternehmens oder eines Dienstleisters. Ein klassisches Logo ist z.B. der Frosch von “erdal” den wir von der Schuhcremedose kennen. Obwohl der Frosch nicht einmal etwas mit Schuhcreme zu tun hat. Er hat sich so, wie er auf der Dose erscheint, in das Gedächtnis eingeprägt. Und weil wir ihn schon so gut kennen, steht er unbewusst für Schuhcreme allgemein. Besser könnte es eine Firma nicht haben. Ein Logo soll sich leicht einprägen und die Assoziationen mit dem Produkt und dem Anbieter wecken. Je besser es sich einprägt, umso erfolgreicher ist es.

Jeder weiß, wie unterschiedlich die Qualitäten und somit auch die Preise der Logo-Gestaltung sein können. Und das ist auch normal, denn die Auftraggeber haben unterschiedliche Ansprüche. Die einen wollen ein schnelles Logo für eine Visitenkarte und andere wollen ihre gesamte grafische Grundausstattung auf der Basis eines guten Logos aufbauen und legen Wert auf professionelles Auftreten.

Wer kein kurzlebiges Logo “aus der Schublade” haben will, darf den kreative Entwicklungsprozess nicht vergessen. Diese kreative Arbeitsleistung wird grundsäztlich unterschätzt, egal ob die Designer in einer Werbeagentur sitzen oder allein zu Hause oder im Netzwerk arbeiten.

“Das hätte ich doch auch noch selbst hinbekommen!” ist eine nicht seltene wenn auch unausgesprochene Reaktion, wenn das schlichte Ergebnis eines Gestaltungsprozesses vorgezeigt wird. Viel Erfolg! Ich möchte nicht pauschal sagen, dass ein Gestalter nur gut ist, wenn er Grafik-Design studiert hat. Dennoch gibt es Unterschiede und viele Jahre Auseinandersetzung und Berufserfahrung spielen bei der Entwicklung eines oft so “simplen” Logos in das Ergebnis hinein. Ebenso wie sich eine echte italienische Pizza, mit wohl abgestimmten und nicht zu vielen Zutaten eindeutig von einer auch noch relativ guten Tiefkühlpizza unterscheidet. Wenn es auch Leute gibt, die den Unterschied nicht schmecken. Das sind aber in der Regel nicht diejenigen, die sich – in der Analogie gesehen – ein Logo entwerfen lassen wollen, sondern von vornherein Discountangebote suchen.

Was macht eigentlich der Designer oder die Designerin bei der Gestaltung eines Logos?

Ein guter Designer wird sich in jede Aufgabe von Neuem hineindenken. Logos, die bereits entworfen wurden und in einer Auswahl zur Verfügung gestellt werden, sind vielleicht günstig zu bekommen, passen aber langfristig gesehen vielleicht garnicht so gut zu einer bestimmten Firma oder Dienstleistung.

Individuelle Logos entstehen aus einem etwas längerem Gestaltungsprozess:

  1. Ein eingehendes Beratungsgespräch findet statt, wo sich der Designer/die Designerin folgende Dinge relativ detailliert herausarbeitet: Branche, Zielgruppe und besondere Qualitäten des Angebotes. Persönliche Wünsche des Kunden wie Farben und beliebte grafische Elemente werden dabei einbezogen, sollten aber vom Erfahrungshintergrund des Designers erwogen werden können.
  2. Nach der Vorbesprechung wird ein mehr oder weniger umfangreiches Konzept erstellt. Je nachdem, wie das Logo verwendet werden soll, ob die gesamte Geschäftsausstattung darauf folgt inklusiv Firmenschild, Autobeschriftung und Internetauftritt. Als DesignerIn fällt einem oft die Hilfestellung bei dem Firmenkonzept zu, häufig sogar mehr den Freiberuflern, als denen, die in einer Werbeagentur arbeiten. Und das können Freiberufler oft ganz gut, da sie selbst dieses Konzept für sich entwickeln mussten, um auf dem Markt zu bestehen.
  3. Eine Recherche, was es in dem speziellen Bereich auf dem Markt bereits gibt, finde ich ebenso erforderlich wie legitim und tut der Individualität keinen Abbruch – solange es der Gestaltungsanalyse dient, um beispielsweise herauszufinden, welche Wirkung erzielt und Stilrichtung eingeschlagen werden soll -, im Gegenteil, wichtig ist vor allem, sich von der Konkurrenz zu unterscheiden.
  4. Ideenfindung: Das kann sehr sehr unterschiedlich sein, wie schnell DesignerInnen zu brauchbaren Ergebnissen kommen. Und das hängt nicht nur von der Kreativität ab, sondern auch von den Vorgaben bzw. Freiheiten, die Gestalter bekommen. Meine Erfahrung ist, eine gute Vorbesprechung, die schon im Vorfeld bestimmte Dinge ausklammert und Richtungen entscheidet, macht später die kreative Phase recht unkompliziert.
  5. Auswahlverfahren: Dies sollte nicht nur eine Frage des Geschmackes sein, sondern in erster Linie wieder eine fachliche Entscheidung, warum diese oder jene Lösung bevorzugt wird. Dabei sollte immer auch die Berufserfahrung der Designer Beachtung finden, die sich beispielsweise in der Kenntnis von Schriften zeigt. Ein guter Designer wird es Ihnen erklären können, warum er gerade für Ihre Dienstleistung eine bestimmte Schrift verwendet. Damit kann man unnötiges Ausprobieren nach dem Motto: “Versuchen sie doch nochmal dies, ach nein, vorher war es doch besser, also wieder die erste Version” vermeiden.
  6. Fachliches Wissen und Berufserfahrung – Bestimmte Kriterien spielen neben dem Design eine wichtige Rolle, wie z. B.
  • Berücksichtigung verschiedener Medien im Printbereich und für den Bildschirm (in Bildschirmauflösung gibt es oft Qualitätseinbußen),
  • Skalierbarkeit (ein Logo muss in verschiedenen Größen funktionieren),
  • Farbigkeit (teils Geschmack, teils Trend, teils Fachwissen, welche Farben gut zusammenpassen),
  • Einfarbigkeit (das Logo muss auch in einer Farbe bzw. schwarz für Faxe oder Anzeigen funktionieren),
  • Stilisierung durch Einfachheit und Prägnanz (weniger ist mehr und die damit verbundene Erkennbarkeit),
  • Betonungen und Kontraste setzen (wie auch bei der Stilisierung hängt es sehr viel von den Erfahrungen der DesignerInnen ab, was das gewisse Etwas ausmacht)
  • einige typografische Regeln, die dem Laien nicht bekannt, für ein professionelles Logo aber von großer Bedeutung sind,
  • Reinzeichnung und Auslieferung in
  • verschiedenen Dateiformaten und Farbmodi (vektorbasiertes EPS, hochauflösendes JPG, ggf. GIF in Bildschirmauflösung und jeweils einfarbig, Euroskala oder Sonderfarben).

All diese Arbeitsphasen und noch einiges mehr bekommen Sie nicht bei schnellen Discountangeboten. Das kann behaupten wer will, es funktioniert nicht ohne ausreichende Markt-, Geschäfts- und Kundenanalyse. Das ist das, was eine professionelles Logo ausmacht. Mag sein, dass man manchmal wirklich nur ein “schnelles” Logo braucht, das auch nur für eine gewisse Zeit herhalten muss. Wenn Sie aber auf eine langfristige Wirkung, Einprägsamkeit und Wiedererkennung bauen wollen, sollten Sie doch wenigstens so viel investieren, wie Sie auch bereit sind für eine ordentliche Inspektion Ihres Autos zu investieren – also langfristig denken!

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