Der Briefbogen

06. September 2009
Der Briefbogen

Aufbau eines Briefbogen für Geschäftsbriefe

Zunächst sei bemerkt, dass Briefbögen von Firmen, Selbständigen etc. gleichzeitig Geschäftsdokumente auf rechtlicher Grundlage sind und daher bestimmte Angaben benötigen, die ebenso bestimmten typografischen Regeln folgen. Vermeiden Sie daher bitte, Ihren Briefbogen willkürlich zu strukturieren und zu gestalten. Das Layout will gekonnt sein und würde nicht nur unseriös wirken, sondern kann auch zu Problemen mit Behörden führen, wenn wichtige Informationen fehlen oder schlecht lesbar sind. Ein guter Grafik-Designer kennt nicht nur die Typografie für das Briefbogen-Layout, sondern weiß auch, für welche Rechtsform eines Unternehmens oder Selbständigen welche Angaben notwendig sind!

Aufbau-Briefbogen

Aufbau-Briefbogen

Der Briefbogen hat das Format DIN A4 und ist grundsätzlich in 3 Bereiche aufgeteilt:

  • Briefkopf
  • Raum für den Inhalt
  • Fußzeile

Elemente des Layouts sind Logo, Kontaktdaten, Fensterzeile, Falzmarken, evtl. Bezugszeichenzeile, Fußzeile mit entsprechenden Angaben und ggf. einige wenige grafische Elemente des Firmendesigns (CD oder CI).

Zu beachten ist der formale, klassische Stil eines Briefbogens. Gestaltungselemente können dezent hinzukommen, sollten aber keine zusätzlichen Aussagen durch Slogans o.ä. beinhalten. Ein Briefbogen soll Träger seines Inhaltes und kein Werbeflyer sein!

Der Briefkopf enthält die Angaben über den Absender:

Firma
Vollständiger Name (ggf. Titel)
Berufsbezeichnung, ggf. Stellung
Straße
PLZ Ort (evtl. mit Länderkennung)
Telefon (evtl. mit Landesvorwahl)
Telefax
E-Mail-Adresse
Internetadresse

Enthält das Logo den Firmennamen kann auf die zusätzliche Nennung der Firma bei den Kontaktdaten verzichtet werden. Das Logo eines Unternehmens oder Dienstleisters wird im oberen Bereich des Briefkopfes, meist rechts oder auch mittig platziert.

Der guten Übersicht halber wird der Kontaktdatenblock in der rechten Spalte im oberen Bereich platziert. Der Abstand zum rechten Seitenrand beträgt mindestens 8 mm.

Wie schon bei der Visitenkarte beschrieben, erfolgt die Schreibweise von Nummern nach der DIN 5008. Eine optische Gliederung sollte nur durch Spationierung vorgenommen (nicht durch Leerzeichen) und auf Sonderzeichen weitgehendst verzichtet werden.

Vorwahl und persönliche Nummer:  01234 567890
Telefonnummer mit Landesvorwahl: +49 (0)1234 567890
Telefonnummer mit Durchwahl:   +49 (0)1234 567890-1

Abmessungen Briefbogen

Abmessungen Briefbogen

Die Fensterzeile und das Anschriftenfeld (45 x 85 mm) befinden sich ebenso im Bereich des Briefkopfes. Die Fensterzeile verläuft nach Möglichkeit wirklich in einer(!) Zeile und enthält Firma, Name und Anschrift. Die Schriftgröße wird in diesem Fall kleiner gewählt. Die Fensterzeile ist eine Angabe für die Zustellungung und ersetzt den Absender.

Zu bedenken bei der Fensterzeile sind Maße und Platzierung des Kuvert-Fensters! Da der Brief im Kuvert verrutschen kann, sollte die Fensterzeile unterhalb der 50mm-Grenze von oben gemessen liegen.

Falzmarken

Die erste Falzmarke wird bei 105 mm gesetzt. Der Briefbogen wird auf 105 mm, 105 mm und dem entstehenden Rest gefaltet. Die Marke zweite liegt mittig bei 148,5 mm und dient eigentlich nur als Lochmarke. Der dritte Falz benötigt keine Marke, da er sich von selbst ergibt.

Die Falzmarken werden etwas dezenter in der Farbintensität gehalten, natürlich noch genügend kräftig, dass man sie noch sehen kann.

Der später hinzuzufügende Inhalt, der normalerweise mit dem Betreff beginnt, sollte unterhalb der ersten Falzmarke beginnen, damit diese persönlichen Angaben nicht in den sichtbaren Fensterbereich rutschen können.

Bezugszeichenzeile

Die Bezugszeichenzeile befindet sich im Seiteninhalt und ist bei größeren Firmen und Ämtern üblich, bei kleineren Unternehmen kann darauf verzichtet werden, da diese Angaben nicht vorhanden sind oder teilweise dem Absenderblock angefügt werden können.

Die Reihenfolge ist:
Ihr Zeichen, Ihre Nachricht | Unser Zeichen, unsere Nachricht | Telefon, Name |  Datum

Fußzeile

Schließlich gibt es noch die Fußzeile, die für bestimmte Angaben auf dem Erstblatt vorgesehen ist. Diese Angaben richten sich nach der Geschäftsform. Je nachdem ob Kleinunternehmer, Gewerbe, GmbH etc. oder Verein müssen bestimmte Angaben insbesondere für Rechnungen aufgeführt werden. Einige Angaben sind Pflicht, andere sind sinnvoll.

Es handelt sich um die Bankdaten, Nennung der Geschäftsform, Registergericht, Registereinträge, Geschäftsführer, Vorsitzender, Vertreter …

Die Angaben in der Fußzeile sollten in Blöcken gegliedert sein, nicht hintereinander weg in fortlaufenden Zeilen. Dabei sind gewisse typografische Regeln zu beachten, die sich wiederum nach den DIN-Normen richten. Für Kontonummer und Bankleitzahlgelten bestimmte Gliederungen. Ebenso gibt es bestimmte Schreibweisen z. B. der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt.-IdNr. DE123456789) der Registereinträge …

Die Formatierung der Fußzeile beginnt entsprechend des linken Seitenrandes bei 24 mm und endet bei 8 mm vom rechten Seitenrand.

Eine Antwort zu “Der Briefbogen”

  1. leichtes design» Blogarchiv » Der Brief sagt:

    [...] versteht man unter dem Briefbogen ein Geschäftspapier oder eine amtliche Mitteilung. Außer dass heute die Briefe nicht mehr mit [...]

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